Steinbock (Capra ibex)
Merkmale
Länge: 110–130 cm (W), 140-170 cm (M)
Schulterhöhe: bis 70–80 cm (W), 85–95 cm (M)
Gewicht: 40–50 kg (W), 70–120 kg (M)
Bestand: 14000 (in der Schweiz)
Status: nicht gefährdet
Mittelgrosses Huftier mit massigem, gedrungenem Körper auf stämmigen Beinen. Geissen etwas kleiner und zierlicher als die Böcke. Raues, fahl- bis ockerbraunes Fell, mit hellerem Bauch und dunkleren Beinen.
Geissen haben bis zu 35 cm lange, fast glatte Hörner; Böcke bis 1 m lange Hörner, säbelförmig nach hinten gekrümmt, mit ausgeprägten Knoten (die NICHT das Alter angeben – pro Jahr werden 1 bis 3 neue Knoten gebildet!). Fell der Böcke im Sommer dunkler als im Winter.
Steinböcke verdanken ihre Kletterkünste den speziell angepassten Hufen. Verhornte Ränder sorgen für Trittfestigkeit, weiche Innenballen verhindern ein Abrutschen. Die beiden Hufzehen sind unabhängig voneinander beweglich, wodurch sich der Fuss an jede Unebenheit anpassen kann. Die «Kletterfinken» der Steinböcke wirken durch diese Eigenheiten fast wie Saugnäpfe und machen die schwergewichtigen Tiere zu leichtfüssigen Kletterern.
Fortpflanzung und Verhalten
Brunft- und Paarungszeit: Dezember bis Januar
Tragzeit: 24 Wochen
Setzzeit: Juni
Anzahl Junge: 1, selten 2
Steinböcke haben untereinander eine altersabhängige Hierarchie, das heisst, die älteren, grösseren Böcke mit den längeren Hörnern dominieren über jüngere. Diese Hierarchiestufen werden von allen Böcken akzeptiert. Zu Rangkämpfen kommt es vor allem zwischen gleichaltrigen Tieren. Die Kämpfe sind im Gegensatz zu denjenigen der Gämsen nie lebensgefährlich. Die Hörner als Zeichen von Macht und Potenz verhindern unnötigen Kräfteverschleiss.
Im Sommer leben die Steinböcke in Gruppen von zwei bis über 50 Tieren in gemischtaltrigen Gruppen. Weibchen bilden zusammen mit Kitzen und Jährlingen eigene Gruppen. Während der Brunftzeit bilden sich Gruppen beiderlei Geschlechts, nur die ranghöchsten Böcke werden zur Begattung zugelassen.
Lebensraum
Verbreitung im ganzen Alpenraum zwischen 1600 und 3200 m ü. M., vereinzelt im Jura. Sie bevorzugen mit Felsen durchsetzte Hänge; im Winter halten sie sich meist in mittleren Lagen an steilen, sonnenexponierten Hängen auf; besonders in strengen Wintern suchen sie Gebiete unterhalb der Waldgrenze auf.
Nahrung
Sommer: vorwiegend Gras.
Winter: auch Polsterpflanzen und Holzgewächse, die den ganzen Tag über gesucht werden.
Reaktion auf Störung
In manchen Gebieten sind die Steinböcke gegenüber Menschen wenig scheu; die Fluchtdistanz liegt oft bei 20 Meter oder weniger. Es gibt aber auch Gebiete, in denen sie deutlich darüber liegt, das heisst die Tiere nehmen Skifahrer und Snowboarder, die rasch herannahen, als eine grosse Gefahr wahr, was sie zu anstrengenden Fluchten treibt. Vor allem ruhende Tiere können überrascht und erschreckt werden. Werden sie von den besten Wintereinständen in den Wald hinein vertrieben, richten sie an Jungbäumen Verbissschäden an.
Schneesport mit Rücksicht
Halte dich aus Rücksicht gegenüber Steinböcken auf den markierten Routen und mach keinen unnötigen Lärm. Meide schneefreie Flächen, insbesondere in Südlagen. Wenn du in eine neue Geländekammer kommst, halte Ausschau. Wenn du Tiere erspähst, weiche ihnen wenn möglich aus oder lass ihnen Zeit, sich in Ruhe zu entfernen. So ersparst du den Steinböcken kräftezehrende Fluchten im tiefen Schnee.




