Rothirsch (Cervus elaphus)
Merkmale
Länge: 170–250 cm
Schulterhöhe: 120–150 cm
Gewicht: 140–220 kg (W ca. 2/3 M)
Bestand: 26000 (in der Schweiz)
Status: nicht gefährdet
Männliche Hirsche tragen ein Geweih aus Knochensubstanz (bis 8 kg; selten mehr), das im Vergleich mit anderen Hirscharten besonders gross und vielverzweigt ist. Es wird jährlich zwischen Februar und April abgeworfen und innerhalb von fünf Monaten erneuert. Wie alle Geweihe wächst es in einer pelzigen Haut (Bast), die anschliessend vertrocknet und an Stämmchen und Zweigen abgerieben wird (Fegen). In erster Linie dient das Geweih als Waffe bei Brunftkämpfen, wobei die starke Verzweigung in der Regel Verletzungen verhindert. Zweimal jährlich wird das Fell gewechselt: April bis Juni ins rötliche Sommerfell, September/Oktober ins graubraune Winterfell. Die den männlichen Tieren eigene Halsmähne ist im Winter tiefbraun.
Fortpflanzung und Verhalten
Brunft- und Paarungszeit: September bis Oktober
Tragzeit: 34 Wochen
Setzzeit: Mai/Juni
Anzahl Junge: 1
Rothirsche leben in Rudeln, die fast ganzjährig nach Geschlechtern getrennt sind. Die Mutterfamilie, das heisst ein weibliches Tier mit dies- und vorjährigem Jungtier, bildet die Grundeinheit eines Rudels, das von einer älteren Hirschkuh (Leittier) geführt wird. Die Brunftzeit im Herbst ist die einzige Zeit im Jahr, in der beide Geschlechter zusammenkommen. Auf sogenannten Brunftplätzen versucht der stärkste Hirsch (Platzhirsch) ein Rudel weiblicher Tiere zusammenzutreiben und gegen Rivalen zu verteidigen. Seine Stärke beweist er durch seine Stimme (Röhren), Imponierverhalten und, falls nötig, im Kampf. Nach der Brunft trennen sich die Geschlechter wieder, und die Tiere beziehen ihre Überwinterungsgebiete.
Lebensraum
Der Rothirsch ist eine sehr anpassungsfähige Tierart und kann die unterschiedlichsten Lebensräume besiedeln. Er bevorzugt weitläufige Wälder als sichere Rückzugsgebiete mit angrenzenden offenen Flächen zur Nahrungsaufnahme. Im Sommer werden hochliegende Alpweiden genutzt, im Winter tiefer gelegene Talsohlen. Die Tiere kehren jährlich an den einmal gewählten Ort zurück. Diese sogenannten Einstandsgebiete können mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen. Wanderrouten und Einstandsgebiete erlernen die Jungtiere von ihren Müttern (tradiertes Verhalten).
Nahrung
Rothirsche sind Wiederkäuer. Sie bevorzugen keine bestimmten Pflanzen, doch ist der Anteil an Gräsern und Kräutern sehr hoch, falls die Tiere offene Gebiete nutzen können.
Dazu kommen Zweige und Triebe von Laub- und Nadelbäumen, und, vor allem im Winter, auch Flechten und Baumrinde. Durch gezielte Winterfütterung kann das Schälen von Bäumen als unerwünschte Folge von Nahrungsknappheit weitgehend verhindert werden.
Reaktion auf Störung
Die bei der Gämse beschriebenen Reaktionen und deren Auswirkungen gelten grundsätzlich auch für den Rothirsch.
Bei wiederholter Störung zieht sich das Rotwild tagsüber in dicht geschlossene Waldbestände zurück. Der gewohnte Tagesrhythmus von Äsungs- und Ruheperioden wird unterbrochen, die Tiere kommen erst nachts auf die Äsungsflächen. Störungen während der Nahrungssuche oberhalb der Baumgrenze wirken sich besonders gravierend aus: Auf der Flucht im offenen Gelände legen Hirsche viel grössere Strecken zurück als im Wald.
Schneesport mit Rücksicht
Bleib zur Schonung der Hirsche im Wald auf Forststrassen oder markierten Wegen. Vermeide es, in der Dämmerung unterwegs zu sein.




